Subdomains herausfinden: Alle Subdomains einer Domain finden (5 Methoden, kostenlos)
Subdomains herausfinden: Alle Subdomains einer Domain finden (5 Methoden, kostenlos)
Jede Domain ist gröĂer, als sie auf den ersten Blick wirkt. Hinter example.de verbirgt sich meist ein ganzes Geflecht aus Subdomains: mail.example.de, vpn.example.de, staging.example.de, api.example.de. Viele davon wurden vor Jahren eingerichtet und sind lĂ€ngst in Vergessenheit geraten. Wer die Subdomains einer Domain herausfinden will, hat dafĂŒr in der Regel einen guten Grund: die eigene AngriffsflĂ€che prĂŒfen, einen autorisierten Sicherheitstest durchfĂŒhren oder die Infrastruktur eines Unternehmens recherchieren.
Der Haken: Es gibt keine einzelne DNS-Abfrage, die âalle Subdomainsâ zurĂŒckliefert. So funktioniert DNS schlicht nicht. Stattdessen kombiniert man mehrere Techniken, die sich gegenseitig ergĂ€nzen, denn jede findet Subdomains, die den anderen entgehen.
Dieser Leitfaden zeigt fĂŒnf praxiserprobte Methoden, von der schnellsten (Domain in ein Tool eintippen) bis zur grĂŒndlichsten (passive und aktive Suche kombinieren). Wenn Sie sofort Ergebnisse brauchen, starten Sie unseren kostenlosen Subdomain Finder und lesen Sie hier nach, was das Tool im Hintergrund tut.
đĄ Bevor Sie loslegen
Ermitteln Sie Subdomains nur fĂŒr Domains, die Ihnen gehören oder fĂŒr die Sie eine ausdrĂŒckliche Testfreigabe haben. Passive Recherche (Zertifikatslogs, Suchmaschinen) ist im Allgemeinen unproblematisch. Aktives Scannen fremder Infrastruktur kann dagegen rechtliche Grenzen ĂŒberschreiten.
Warum âeinfach DNS fragenâ nicht funktioniert
Die naheliegende Idee, den Nameserver der Domain nach einer Liste aller EintrĂ€ge zu fragen, scheitert fast immer. Diese Funktion heiĂt Zonentransfer (AXFR), und aus gutem Grund verweigern nahezu alle Nameserver im Internet Zonentransfers an Fremde. Ein falsch konfigurierter Server, der öffentliche Zonentransfers erlaubt, ist selbst schon ein Sicherheitsbefund. Verlassen kann man sich darauf aber nicht.
Subdomains herauszufinden wird deshalb zu einer Sammelaufgabe: Hinweise aus vielen Quellen zusammentragen und die Ergebnisse zusammenfĂŒhren. Die folgenden fĂŒnf Methoden sind die, die in der Praxis wirklich etwas finden.
Methode 1: Certificate-Transparency-Logs (die ergiebigste Quelle)
Jedes Mal, wenn eine Zertifizierungsstelle ein TLS-Zertifikat ausstellt, wird es in öffentliche, unverÀnderliche Certificate-Transparency-Logs (CT-Logs) eingetragen. Da fast jede Subdomain, die jemals HTTPS ausgeliefert hat, ein Zertifikat brauchte, sind diese Logs eine Goldgrube echter, bestÀtigter Subdomains. Darunter finden sich auch intern klingende Namen wie dev., jenkins. oder vpn..
CT-Logs sind:
- Passiv: Sie lesen öffentliche Daten, ohne das Ziel zu berĂŒhren.
- Historisch: Sie zeigen auch Subdomains, die es frĂŒher gab und die heute offline sind.
- ZuverlĂ€ssig: FĂŒr diese Namen wurden tatsĂ€chlich Zertifikate ausgestellt.
Der Nachteil: CT-Logs enthalten nur Namen, die auf einem Zertifikat standen. Eine Subdomain, die nie HTTPS genutzt hat oder sich hinter einem Wildcard-Zertifikat fĂŒr *.example.de versteckt, taucht dort nicht auf.
Unser Subdomain Finder durchsucht die CT-Logs fĂŒr Sie und löst jeden gefundenen Namen per DNS auf. So sehen Sie sofort, welche Subdomains noch aktiv sind, ganz ohne manuelle Log-Recherche.
Methode 2: DNS-Brute-Force (hÀufige Namen durchprobieren)
Beim Brute-Force nimmt man eine Wortliste gĂ€ngiger Subdomain-Namen (www, mail, smtp, ftp, api, dev, test, staging, vpn, portal, admin, cdn, blog) und prĂŒft fĂŒr jeden Namen, ob er sich auflösen lĂ€sst:
www.example.de â 203.0.113.10 â
existiert
mail.example.de â 203.0.113.25 â
existiert
staging.example.de â NXDOMAIN â existiert nicht
api.example.de â 203.0.113.40 â
existiert
Das ist aktive Suche: FĂŒr jeden Kandidaten geht eine DNS-Anfrage raus. Die StĂ€rke liegt darin, aktive Subdomains zu finden, die nie in einem Zertifikatslog standen. Die SchwĂ€che: Gefunden wird nur, was auf der Wortliste steht. Eine Subdomain namens q3-migration-temp wird niemand erraten.
Der Subdomain Finder kombiniert CT-Logs (Methode 1) mit einer kuratierten Liste der hĂ€ufigsten Subdomain-Namen und löst alle Kandidaten auf. Sie bekommen die wertvollen Treffer schnell, ohne selbst einen Scanner betreiben zu mĂŒssen.
đĄ Profi-Tipp
Achten Sie auf Wildcard-DNS. Wenn irgendwas.example.de auf dieselbe IP zeigt, hat die Domain einen Wildcard-Eintrag, und Brute-Force-Ergebnisse werden unzuverlĂ€ssig: Jeder Versuch âexistiertâ. PrĂŒfen Sie verdĂ€chtige Treffer, indem Sie kontrollieren, ob sie tatsĂ€chlich eigene Inhalte ausliefern.
Methode 3: Suchmaschinen und OSINT-Operatoren
Suchmaschinen haben viele Subdomains einer Domain lÀngst gecrawlt. Mit dem Site-Operator holen Sie sie hervor:
site:example.de -www
Das -www blendet die Hauptseite aus, damit die Subdomains nach oben rutschen. Kombinieren Sie das mit öffentlichen OSINT-Quellen wie Shodan, VirusTotal oder DNS-Aggregatoren, die eigene Verzeichnisse beobachteter Hostnamen fĂŒhren. Jede Quelle hat eine etwas andere Sicht, und genau deshalb lohnt sich die Kombination.
Methode 4: Die eigenen DNS-EintrÀge der Domain auswerten
Bestehende DNS-EintrĂ€ge verweisen auf Subdomains, die man sonst leicht ĂŒbersieht:
- MX-EintrÀge nennen die Mailserver (etwa
mail.example.deodermx1.example.de). Mit unserem MX Record Lookup sehen Sie sie auf einen Blick. - CNAME- und A-EintrÀge, die im HTML, JavaScript und CSS der Website referenziert werden, zeigen oft auf
cdn.,static.,assets.oderapi.. - TXT- und SPF-EintrÀge enthalten hÀufig
include:-Verweise auf weitere Hostnamen. PrĂŒfen lassen sie sich mit dem SPF Checker. - NS-EintrĂ€ge verraten delegierte Subdomains, die von einem anderen Team betrieben werden.
Ein kurzer Blick auf die veröffentlichten EintrÀge mit dem DNS Health Check bringt erstaunlich viele Hostnamen ans Licht.
Methode 5: Alles kombinieren (der grĂŒndliche Weg)
Ernsthafte Subdomain-Ermittlung fĂŒhrt passive Quellen (CT-Logs, Suchmaschinen, OSINT-Feeds: leise und historisch) mit aktiver Verifikation (DNS-Auflösung, um zu bestĂ€tigen, was gerade wirklich aktiv ist) zusammen. Der Ablauf sieht so aus:
- Kandidaten aus CT-Logs und OSINT ziehen (Methoden 1 und 3).
- Brute-Force-Treffer fĂŒr hĂ€ufige Namen ergĂ€nzen (Methode 2).
- Hostnamen aus den DNS-EintrÀgen und dem Quelltext der Domain extrahieren (Methode 4).
- Die gesammelte Liste deduplizieren.
- Jeden Kandidaten auflösen, um zu bestÀtigen, welche Subdomains aktiv sind und wohin sie zeigen.
Genau diese Schleife aus Sammeln und Verifizieren automatisiert ein guter Subdomain Finder.
Subdomains checken: Was die Ergebnisse bedeuten
Sobald die Liste steht, lohnt sich fĂŒr jede Subdomain ein kurzer Check:
| Signal | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Zeigt auf eine IP, die nicht dem Unternehmen gehört | Mögliches Subdomain-Takeover-Risiko (hÀngender CNAME) |
staging., dev., test., uat. |
Nicht-produktive Umgebungen, die oft versehentlich erreichbar sind |
vpn., remote., portal., admin. |
Wertvolle Zugangspunkte, die besonders abgesichert gehören |
| Alte IPs / tote Hosts | Veraltete EintrÀge, die aufgerÀumt werden sollten |
â ïž HĂ€ngende Subdomains sind ein echtes Risiko
Eine Subdomain, deren CNAME noch auf einen abgeschalteten Cloud-Dienst zeigt, kann von Dritten ĂŒbernommen werden: ein Subdomain-Takeover. Finden Sie Subdomains, die auf Dienste verweisen, die Sie nicht mehr nutzen, entfernen Sie die DNS-EintrĂ€ge.
Subdomains jetzt herausfinden
Sie brauchen keinen Kommandozeilen-Scanner, um anzufangen:
- Ăffnen Sie den Subdomain Finder.
- Geben Sie Ihre Domain ein (zum Beispiel
example.de). - Sehen Sie sich die gefundenen Subdomains an und prĂŒfen Sie, wohin jede auflöst.
- Gleichen Sie Ăberraschendes mit Ihrem DNS-Anbieter ab und entfernen Sie veraltete oder hĂ€ngende EintrĂ€ge.
HĂ€ufige Fragen
Wie finde ich alle Subdomains einer Domain? Kombinieren Sie Certificate-Transparency-Logs, DNS-Brute-Force mit gĂ€ngigen Namen, Suchmaschinen-Operatoren und die DNS-EintrĂ€ge der Domain selbst. Lösen Sie anschlieĂend jeden Kandidaten auf, um zu bestĂ€tigen, dass er aktiv ist. Ein Subdomain Finder automatisiert genau das.
Kann ich Subdomains kostenlos herausfinden? Ja. Certificate-Transparency-Logs und Suchmaschinen-Operatoren sind kostenlos, und unser Subdomain Finder ist ohne Anmeldung kostenlos nutzbar.
Kann ich eine einzelne Subdomain checken?
Geben Sie die Subdomain direkt ein (zum Beispiel shop.example.de): Der Subdomain Finder sucht dann nach weiteren Namen unterhalb dieser Subdomain und scannt zusĂ€tzlich die Hauptdomain, sodass Sie die Subdomain im Gesamtbild sehen. Wollen Sie nur prĂŒfen, ob eine Subdomain sich auflösen lĂ€sst und auf welche IP oder welchen CNAME sie zeigt, nutzen Sie den DNS Health Check mit dem vollstĂ€ndigen Hostnamen.
Ist es legal, Subdomains zu ermitteln? Das Auslesen öffentlicher Quellen (CT-Logs, Suchmaschinen) ist im Allgemeinen unproblematisch. Aktives Scannen von Infrastruktur, die Ihnen nicht gehört oder fĂŒr die Sie keine Freigabe haben, kann es dagegen nicht sein. Bleiben Sie bei eigenen Domains oder beauftragten Tests.
Warum werden nicht alle Subdomains angezeigt? Keine Methode ist vollstĂ€ndig. CT-Logs ĂŒbersehen Namen ohne Zertifikat, Brute-Force ĂŒbersieht ungewöhnliche Namen, und Suchmaschinen ĂŒbersehen nicht gecrawlte Hosts. Deshalb kombiniert man die Quellen.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- â Es gibt keine einzelne Abfrage fĂŒr âalle Subdomainsâ. Zonentransfers werden zu Recht blockiert.
- â Certificate-Transparency-Logs sind die ergiebigste passive Quelle.
- â DNS-Brute-Force findet aktive Namen, die nie auf einem Zertifikat standen.
- â Die eigenen MX-, CNAME-, SPF- und NS-EintrĂ€ge verraten weitere Hostnamen.
- â Passiv und aktiv kombinieren, deduplizieren, dann zur BestĂ€tigung auflösen.
- â Auf Wildcard-DNS und hĂ€ngende Subdomains achten, die ein Takeover-Risiko darstellen.
Sie prĂŒfen gerade Ihre gesamte DNS-Konfiguration? Starten Sie mit dem DNS Health Check und lesen Sie, warum ein Tippfehler in TXT-EintrĂ€gen den E-Mail-Versand lahmlegt (englisch).